Jean-Pascal Ansermoz unterschreibt im KopfKino-Verlag


Der einzige männliche Autor im KopfKino-Team, Gründer und Verleger Thomas Dellenbusch, bekommt einen Kollegen. Nach zuletzt sechs weiblichen Autorinnen begrüßen wir heute mit großer Freude einen männlichen Autor im Team. Den 42jährigen Schweizer Jean-Pascal Ansermoz. Er hat sich mit seiner Erzählung "Regensymphonie" beworben, die uns vom Hocker gehauen hat. Mit Ansermoz präsentieren wir einen erfahrenen und wortgewaltigen Autor, der sich insbesondere durch eine feine, literarische Sprache, aber auch durchdachte und tiefgründige Plots auszeichnet. Daher bedeutet seine Unterschrift unter den KopfKino-Verlagsvertrag eine doppelte Freude.

KopfKino-Verleger Thomas Dellenbusch sprach mit Jean-Pascal.

Ansermoz-HP

Hallo Jean-Pascal, zunächst einmal herzlich willkommen im KopfKino-Team. Ich freue mich sehr darüber, zumal wir mit dir nun den zweiten männlichen Autor neben so vielen weiblichen Autorinnen haben. Magst du dich zuerst einmal unseren Lesern vorstellen? Wer ist Jean-Pascal Ansermoz und warum schreibt er?
 
In meinen Anfängen (70er) lebte ich in Dakar (Senegal), wo ich als Schweizer auch geboren wurde. Meine Schulzeit (80er) verbrachte ich aber dann in Basel, die 90er in Lausanne, wo ich studierte. Mittlerweile lebe ich in Düdingen, einem 8000-Seelendorf des Kantons Freiburg in der Schweiz. Seit ich mich erinnern kann, bin ich ein leidenschaftlicher Leser gewesen, und so schien es mir ganz natürlich, mit dem Schreiben zu beginnen. Heute ist die Schrifstellerei mehr als nur ein Hobby, und ich gebe gerne zu, dass ich die Lust, Geschichten zu schreiben, nicht lange unterdrücken kann. Es entwickelte sich über die Zeit zu einem wichtigen Lebensinhalt.
 
Du hast uns ein Manuskript eingereicht, bei dessen Thema ich zuerst skeptisch war, weil es ein ebenso aktuelles wie schweres Thema ist. Aber ich kannte bereits deinen Kurzgeschichten-Band "Es birebitzeli Glück" und wusste daher, dass du sehr gut schreibst. Und trotz des Themas hast du uns mit deiner ersten KopfKino-Geschichte in spe "Regensymphonie" mehr als begeistert. Sie ist sprachlich so kunstfertig und ist mit sehr viel Tiefgang geschrieben. Worum geht es in "Regensymphonie" in kurzen, nicht-spoilernden Worten?
 
Die Geschichte spielt in Italien und beginnt, als Kadir und Alima, zwei syrische Kinder, im Auffangbecken von Gallipoli (Apulien) ankommen. Mich haben die Bilder zu dieser immer noch geduldeten Flüchtlingskrise zutiefst berührt, und ich wollte mehr erfahren. Wer sich aber jetzt darunter eine traurige Geschichte einer verletzten Kindheit vorstellt, irrt sich. Es geht nicht darum zu zeigen, wie schwer sie es haben oder wie schlimm das alles für sie ist. Es geht darum zu zeigen, dass jeder Lebensabschnitt, sei er auch noch so schwierig, die Lösung desselben in sich trägt. Vorausgesetzt, man will sie sehen. Ganz nach dem Spruch, der in den sozialen Netzwerken kursiert, und der besagt, dass man ganz ruhig bleiben soll, wenn man das Gefühl hat, dass alles auseinanderfalle. Denn das Leben sortiert sich nur neu. Wichtig ist nicht die Ausgangslage, sondern was man in einer solchen Situation entscheidet...
 
Gab es ein bestimmtes Ereignis in deinem Leben, dass dich zu dieser Geschichte inspirierte, oder hattest du Lust darauf, die Weisheit Namids (ein syrischer Erwachsener, dem Kadir im Lager begegnet) einmal in einer Geschichte zu thematisieren und hast dir das passende Setting dazu gesucht?
 
Es war die Stimme Kadirs, die als erste ihren Weg zu mir fand. Ich bin ihr einfach gefolgt, habe mir beim Schreiben auch keinen Plan zurechtgelegt, wie ich das bei den Krimis mache. Andere Figuren, wie etwa Namid oder Federico, sind erst im Laufe der Geschichte dazugestossen.
 
Ich bin jedenfalls sehr beeindruckt, wie positiv emotional dir Kadirs Geschichte gelungen ist, und ich bin sehr gespannt, wie unsere LeserInnen sie aufnehmen werden. Nach derzeitigem Planungsstand wird sie wohl noch im Sommer kommen. Was anderes: Wie bist du auf den KopfKino-Verlag gekommen? Was hat dich gereizt, für "Mein KopfKino" und in diesem speziellen Format, Kurzromane in Spielfilmlänge, zu schreiben?
 
Das Format ist innovativ und passt gut in unsere Zeit. Ich schreibe nebenbei ja auch Krimis in klassischer Heftromanlänge. Diese Geschichten lassen sich gut in ein, zwei Stunden lesen. Für viel mehr fehlt vielen LeserInnen die Zeit. Auch möchte ich erwähnen, dass ich eigentlich von der Novelle her komme, also mich von Anfang an eher zu kurzen Geschichten und Erzählungen hingezogen fühlte, auch wenn es mittlerweile längere Bücher von mir gibt.
 
Von dir gibt es gut zwei Dutzend Bücher, die Hälfte davon in französischer, die andere Hälfte in deutscher Sprache. Ich weiß, du schreibst derzeit an einer zweiten KopfKino-Geschichte, die zusammen mit "Regensymphonie" erscheinen soll. Was ist, abgesehen davon, dein aktuelles Projekt?
 
In französischer Sprache schreibe ich ja reine Belletristik (Romane und Erzählungen), während ich in deutscher Sprache eher in der Spannungsliteratur zuhause bin. Mein persönliches Jahresziel ist, ein Crossover zu wagen, also in deutscher Sprache einen Roman zu schreiben, wie ich ihn normalerweise auf Französisch schreiben würde, und einen Krimi in französischer Sprache zu verfassen, als würde ich ihn auf Deutsch schreiben. Den ersten Teil meines Jahresziels habe ich nun mit der "Regensymphonie" erreicht. Nun werde ich mich dem Krimi in französischer Sprache zuwenden...ich freue mich schon!
 
Klingt spannend. Du bist ja sicher auch selbst begeisterter Leser. Gibt es ein Buch, dass du so sehr liebst, dass du es dir immer wieder kaufen würdest, wenn du es verlörest? Und wofür, außer für Bücher, begeisterst du dich noch?
 
Es gibt Bücher, die prägen, ganz klar. In meiner Kindheit waren das z.B. 'Der kleine Prinz' von Saint-Exupéry oder auch 'Der grosse Meaulnes' von Alain-Fournier. Aber auch die Werke von Hermann Hesse und Rainer Maria Rilke haben mich getragen. Eines, das ich stets griffbereit auf meinem Nachttisch habe, ist 'Der Prophet' von Khalil Gibran. Neben dem Schreiben und Lesen koche ich sehr gerne, bin Hausmann und Vater, und habe das Gärtnern für mich entdeckt...
 
Zum Schluss: Was wünscht du dir ganz allgemein für die Zukunft und im Besonderen für deine KopfKino-Geschichten?
 
Dass ich noch viele Menschen mit meinen Büchern berühren kann. Meine Geschichten sollen LeserInnen die Möglichkeit bieten, aus ihrem Alltag auszubrechen, um in eine andere abzutauchen. Wellness fürs Gemüt. Eine Auszeit fürs Herz. Und davon träumen wir doch alle oder etwa nicht?

Herzlichen Dank, Jean-Pascal, für dieses Interview und nochmal herzlichst willkommen im KopfKino-Universum ;-) Wir freuen uns sehr auf dich.

 

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